Nützenbergpark / Kaiserhöhe

Der Nützenbergpark (auch als Kaiserhöhe bekannt) ist eine historische Parkanlage aus dem 19. Jahrhundert, die eine parkähnliche Waldstruktur im Wuppertaler Stadtbezirk Elberfeld-West aufweist. Der Park liegt auf der 259,3 Meter hohen Erhebung Nützenberg und wurde 1874 vom Elberfelder Verschönerungsverein angelegt. Mittelpunkt des rund 41 Hektar großen Parks ist der an der höchsten Stelle des Nützenbergs stehende Weyerbuschturm. Im Osten schließt sich das Villengebiet Briller Viertel an, und im Westen reicht der Wald bis an die Bundesautobahn 46 heran.

Sanierung des Weyerbuschturms

Der Förderverein hat eine zentrale Rolle bei der Rettung und Sanierung des denkmalgeschützten Weyerbuschturms auf dem Nützenberg eingenommen. Auf einer eigenen Website stellt der Förderverein Informationen zu Geschichte und Sanierung des Turmes zur Verfügung. Da die Stadt Wuppertal den im Jahr 2008 aus Sicherheitsgründen geschlossenen Turm aufgrund zu hoher Kosten nicht sanieren konnte, ist der Förderverein in die Bresche gesprungen und hat das Projekt maßgeblich vorangetrieben. Bei der Ausstellung des LVR „Unser Denkmal – Wir machen mit“ zum ehrenamtlichen Denkmalschutz im Rathaus Barmen 2013 wurde der Förderverein dafür als vorbildliches Beispiel gewürdigt. Er schloss einen Pachtvertrag mit dem Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW), um den Turm denkmalgerecht zu sanieren. Ab Mai 2014 begann die schrittweise Sanierung des Sockels in Eigenregie mit dem Know-how des Restaurators im Maurerhandwerk Marco Koch und ehrenamtlichen Helfern auf eigene Kosten.

Parallel startete der Förderverein eine umfassende Sponsoren- und Spendenakquise, um die notwendigen Mittel für die Sanierung zu sammeln, z.B. bei Veranstaltungen auf dem Platz rund um den Turm und in den noch zugänglichen Bereichen des Turms. Im August 2015 fand das große Familienfest am Weyerbuschturm statt, das neben einem vielfältigen Programm aus Spiel und Unterhaltung Bürgeraktionen zur Parkverschönerung bot, wie das Pflanzen von herbstblühenden Krokussen. Die Grundschule Nützenberg verkaufte selbst gestaltete Postkarten des Turms zugunsten der Sanierung. Neben Führungen durch die Parkanlage enthüllte der Förderverein Infotafeln. Zum 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler veranstaltete der Förderverein 2019 die Kunstausstellung „Else geht aus“ mit dem BKK im Turm, begleitet von Klanginstallationen wie „Ein Turm erklingt“ mit dem Wuppertaler Improvisations Orchester (WIO). Michael Felstau bot eine botanisch-literarische Führung an.

2023 begann das Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal endlich die große Sanierung mit Fördermitteln von Bund und Land. Der Förderverein konnte mit seiner abschließenden Spende in Höhe von 40.000 € die Finanzierungslücke der Gesamtkosten ca. 760.000 € schließen. Die Arbeit des Vereins hielt das Projekt über Jahre am Leben und trug maßgeblich dazu bei, dass der Weyerbuschturm heute wieder einen wichtigen Bestandteil der Planungen für die Bundesgartenschau 2031 darstellt.

Parkeingang Sadowastraße

Auf Initiative des Fördervereins wurde der repräsentative Eingang zum Nützenbergpark mit dem Portal des Sadowastollens und dem Platzhoff-Denkmal aufgewertet. Die ursprünglichen Blickbeziehungen der denkmalgeschützten Anlage wurden wiederhergestellt. Der Verein bepflanzte mit dem Gärtner Frank Egger die zum Mülleimer verkommene Pflanzschale des Denkmals. Es ehrt Gustav Platzhoff (1821–1887), Rentier (Person, die von Zinsen und Mieteinnahmen lebt), Teilhaber der Türkischrot-Färberei J.P. Bemberg und Beigeordneter der Stadt Elberfeld. Die Anlage des Nützenbergparks förderte er maßgeblich als erster Vorsitzender (1870–1881) des Elberfelder Verschönerungsvereins (EVV), aber auch durch großzügige Geld- und Grundstücksspenden. Das direkt angrenzende Portal wurde 1879 errichtet und war die dekorative Mündung des 1877 angelegten Sadowastollens, welches zur ersten Elberfelder Wasserversorgung gehörte. Neben dem Gründungsstein der Parkanlage am Nützenberg von 1874 informiert eine parkhistorische Tafel des Fördervereins über Platzhoff-Denkmal und Stollenbauwerk.

Zur historischen Eingangssituation gehört die Grottenanlage auf dem Nützenberg. Hier genoss schon Else Lasker-Schüler mit ihrer Mutter Rast nach dem steilen Aufstieg aus der Sadowastraße den Ausblick vom „grünen Hügel“ auf die Stadt. Ein technischer und mit Graffitis übersäter Funktionsbau des Sadowastollens störte jedoch die historische Ansicht und die ästhetische Wirkung der Grottenanlage erheblich. Der Förderverein setzt sich für den Rückbau des Funktionsgebäudes ein, noch vergeblich.